Wer wir sind

Es liegt in der Eigenart unserer kontemplativen Lebensform, dass wir auf Tätigkeiten außerhalb des Klosters verzichten. Freiwillig legen wir uns auf einen, äußerlich durch den Klosterbereich begrenzten, kleinen Lebensraum fest. Das Leben in der Klausur dient uns als Hilfsmittel für unsere Hauptaufgabe: das Gebet.

Dadurch von vielen Ablenkungen, hektischen Umtriebigkeiten und geräuschvollen Zerstreuungen geschützt, suchen wir nach Stille, Sammlung und Aufmerksamkeit.

Wir glauben an Gottes grenzenlose Liebe zu den Menschen, die er im Geschick seines Sohnes Jesus Christus offenbart hat. Auf dieses Entgegenkommen Gottes versuchen wir zu antworten, indem wir auf unsere Weise so frei und ausschließlich wie möglich vor ihm leben und beten:

 

 

  • für die unendlich große Not und das Leiden, die vielen Fragen und Sorgen der Welt sowie für die große Hoffnung und Sehnsucht der Menschen

  • für alle Menschen, die uns darum bitten

  • für unsere Schwestern und Brüder im Orden und in der Kirche

 

Er

hilft sich nicht selbst,

der gekreuzigte Erlöser

ist ganz für andere da,

bis zum Tod,

bis ans Ende der Welt.

Nicht hebt er ab,

der „Gottesknecht“

gibt niemanden auf,

bleibt an der Seite der Opfer,

bei seinem geschundenen Volk.

Schreiend nach Gott

aus Dunkel und Leere,

bahnt er der Hoffnung den Weg,

da er sonst nichts mehr hat,

nicht Macht oder Ehre,

keine schöne Gestalt,

nur uns,

dich und mich,

unsere Arme, unsere Hände.

                                                     Tiemo R. Peters OP

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Regel, die Augustinus-Regel, beginnt so:

„Zuallererst sollt ihr einmütig zusammenwohnen, 

wie ein Herz und eine Seele auf dem Weg zu Gott.“

Diesen Aufruf zur Einmütigkeit vor Gott versuchen wir in unserem Alltag in allen Facetten des täglichen Lebens umzusetzen: in den Abläufen, Aufgaben und Diensten des Gemeinschaftslebens, in unseren Beratungen und Entscheidungen, in der Liturgie, im persönlichen Gebet und in unserer persönlichen und gemeinschaftlichen Weiterbildung.

 

Das bedeutet für jede von uns: nie endendes geistliches Suchen und Mühen…und zeitweise auch immer wieder leidvollen geistlichen Kampf… .

 

 

 

 

 

 

 

Unser verborgenes, nach menschlichen Maßstäben vielleicht ‚nutzloses‘ Leben soll für unsere Überzeugung stehen, dass allein von Gott her Sinn und Frieden, Heilung und letzte Erfüllung des Lebens geschenkt wird.